3. September:
Hochstimmung gestern Abend, daß es gelingen würde, England und Frankreich zu einer zum mindesten zweifelhaften Haltung zu bringen. --
Und nun ist es heute doch geschehen! Um 9 Uhr erschien der Engländer mit dem Ultimatum bis 11 Uhr, und um 11 Uhr der Franzose mit dem Ultimatum bis 17 Uhr. [. . . ] Ich mache nicht mies und sehe nicht schwarz, aber sehe sehr ernst in die Zukunft. Das wollten wir nicht. Bis heute früh herrschte der Glaube, irgendwie Zeit gewinnen und die Entscheidung hinziehen zu können. Hitler glaubt auch heute noch, daß die Westmächte den Krieg sozusagen nur andeuten werden. Deshalb habe ich 15,50 dem Heer den Befehl übermitteln müssen, die Feindseligkeiten nicht von unserer Seite zu beginnen. [. . . ] Ich kann diesen Glauben nicht teilen. Das ist eine Verkennung der englischen und französischen Psyche.